Krypto-Crash: Warum Kurse einbrechen und was du daraus lernst
Ein Krypto-Crash ist ein schneller, breiter Kurssturz, der viele Kryptowerte gleichzeitig trifft. Im Jahr 2022 verlor Bitcoin von seinem Höchststand bei 69.000 US-Dollar im November 2021 bis zum November 2022 deutlich mehr als drei Viertel seines Werts und fiel auf weit unter 16.000 US-Dollar. Diese Seite erklärt, warum solche Einbrüche passieren, was 2022 konkret geschah und was ein Absturz für dein Geld bedeutet. Sie macht keine Prognosen und gibt keine Kaufempfehlung. Wenn du erst die Grundlagen brauchst, findest du sie unter Grundlagen zum Krypto-Trading.
Was ist ein Krypto-Crash?
Von einem Krypto-Crash sprechen Anleger, wenn die Kurse vieler Coins innerhalb kurzer Zeit stark fallen. Meist trifft es nicht nur eine einzelne Währung, sondern große Teile des Markts, weil sich die Kurse vieler Coins oft in dieselbe Richtung bewegen.
Bei Bitcoin und anderen Kryptowerten gibt es keine Zentralbank, die eingreift, keinen einheitlichen Handelsstopp für den ganzen Markt, wie ihn viele klassische Börsen kennen, und keine Einlagensicherung. Einzelne Plattformen können den Handel aber unterbrechen. Der Kurs entsteht allein aus Angebot und Nachfrage. Ulrich Bindseil und Jürgen Schaaf, zwei Autoren aus der EZB, bezeichneten die Bewertung von Bitcoin in einem Blogbeitrag vom 30. November 2022 als spekulativ. Das ist die Sicht der beiden Autoren, nicht die offizielle Position der EZB.
Warum Kryptokurse so stark einbrechen
Mehrere Mechanismen verstärken sich bei einem Absturz gegenseitig. Drei davon tauchen in fast jedem Crash auf.
Hebel und Zwangsliquidationen
Wer mit geliehenem Geld handelt, setzt einen Hebel ein. Fällt der Kurs, fordert die Plattform je nach Produkt zusätzliche Sicherheiten nach (Margin Call) oder schließt die Position direkt. Reichen die Sicherheiten nicht, wird die Position automatisch geschlossen. Dafür muss sie verkaufen, und viele solcher Verkäufe können den Kurs weiter nach unten drücken. Das löst die nächsten Zwangsliquidationen aus.
Die meisten Privatanleger verlieren beim Handel Geld, und ein Hebel vervielfacht die Verluste. Mehr dazu liest du im Beitrag zum Day Trading mit Kryptowährungen.
Ansteckung zwischen Projekten und Plattformen
Kryptowerte, Kreditgeber und Börsen sind miteinander verbunden. Bricht ein Projekt zusammen, trifft das alle, die seinen Coin als Sicherheit halten, verleihen oder anbieten. Deren Verluste zwingen sie zu Verkäufen, und so springt die Krise auf weitere Anbieter über. Der Fall von 2022 zeigt das weiter unten.
Vertrauensverlust und Bank-Run auf Börsen
Sobald Kunden an der Zahlungsfähigkeit einer Börse zweifeln, wollen viele gleichzeitig ihre Coins abziehen. Eine Plattform, die die Coins ihrer Kunden nicht vollständig hält, kann dann nicht mehr auszahlen. Wie schnell eine große Börse zahlungsunfähig werden kann, zeigte FTX im November 2022.
Der Krypto-Crash 2022 in Zahlen
Der Absturz von 2022 verlief in mehreren Schritten. Die Tabelle zeigt die wichtigsten Daten.
| Datum | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| November 2021 | Bitcoin erreicht seinen Höchststand bei 69.000 US-Dollar | EZB-Blog |
| Mai 2022 | UST verliert die Bindung an den US-Dollar, UST und LUNA fallen auf nahe null | SEC |
| Mitte Juni 2022 | Bitcoin fällt auf 17.000 US-Dollar | EZB-Blog |
| 11. November 2022 | FTX beantragt in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11 | Medienberichte vom 11. November 2022 |
| November 2022 | Bitcoin fällt auf weit unter 16.000 US-Dollar | EZB-Blog |
Terra/Luna
UST war ein Stablecoin, der immer einen US-Dollar wert sein sollte. Eine solche Bindung heißt Peg. Verliert ein Stablecoin sie, spricht man von einem Depeg. Im Mai 2022 löste sich UST vom Dollar, und laut der US-Börsenaufsicht SEC fielen der Preis von UST und der Schwestertoken, darunter LUNA, auf fast null.
Am 16. Februar 2023 erhob die SEC Anklage gegen Terraform Labs und Do Kwon. Sie wirft ihnen einen Betrug mit Krypto-Wertpapieren im Umfang von mehreren Milliarden US-Dollar vor, mit Verkäufen von April 2018 bis zum Zusammenbruch im Mai 2022.
FTX
Am 11. November 2022 beantragten FTX, FTX US, Alameda Research und rund 130 verbundene Unternehmen in den USA Gläubigerschutz nach Chapter 11. Sam Bankman-Fried trat als CEO zurück. FTX gehörte damals zu den größten Kryptobörsen. Laut den EZB-Autoren drückte der Zusammenbruch den Bitcoin-Kurs auf weit unter 16.000 US-Dollar.
Die Lehre daraus: Coins, die eine Börse für dich verwahrt, hältst du nicht selbst. Ob du sie bei einer Pleite zurückbekommst, hängt von der Börse und vom Insolvenzrecht ab.
Was ein Krypto-Crash für dein Geld bedeutet
Die Finanzaufsicht BaFin weist in einer Verbrauchermitteilung vom 22. August 2022 darauf hin, dass Kryptowerte nicht unter die Einlagensicherung fallen. Auch der Schutz der Anlegerentschädigung greift in aller Regel nicht. Geht eine Börse oder Verwahrstelle pleite, gibt es also in aller Regel keinen gesetzlichen Fonds, der dir den Verlust erstattet.
Deine Stellung richtet sich dann nach dem Insolvenzrecht. Entscheidend ist, ob dir ein Aussonderungsrecht zusteht, also das Recht, deine eigenen Vermögenswerte aus der Insolvenzmasse herauszuverlangen. Ob das bei deinen Coins gilt, hängt vom Einzelfall ab.
Eine Möglichkeit ist, Coins in einer eigenen Wallet zu verwahren. Das verringert das Risiko, dass eine Plattform pleitegeht, bringt aber ein eigenes mit. Verlierst du deinen Schlüssel und deine Wiederherstellungsphrase, kommst du nicht mehr an deine Coins.
Wie du dich vor den Folgen eines Krypto-Crashs schützt
Einen Crash kannst du nicht verhindern, aber du kannst begrenzen, was er bei dir anrichtet.
- Setze nur Geld ein, dessen Verlust du verkraften kannst.
- Verzichte auf Hebel, weil er Verluste vervielfacht.
- Behalte im Blick, wo deine Coins liegen, und prüfe, ob der Anbieter eine Erlaubnis der zuständigen Finanzaufsicht hat, in Deutschland der BaFin. Eine Erlaubnis schützt dich nicht vor Kursverlusten.
- Verkaufe nicht aus Panik, nur weil dich Beiträge in sozialen Netzwerken verunsichern.
- Übe zuerst ohne echtes Geld: Du kannst erst mit Spielgeld üben und Trading Schritt für Schritt lernen, bevor du eigenes Geld einsetzt.
Nach Kurseinbrüchen melden sich oft Betrüger. Sie versprechen, verlorene Coins zurückzuholen, oder bieten einen angeblich sicheren Handelsroboter an. Wie solche Angebote funktionieren, zeigt der Überblick über typische Maschen von Krypto-Betrügern.
Häufige Fragen zum Krypto-Crash
Kann Bitcoin bei einem Krypto-Crash auf null fallen?
Dazu gibt es keine Prognose. Dass ein Kryptowert fast alles verlieren kann, zeigt der Fall UST und LUNA: Beide fielen im Mai 2022 auf nahe null. Ein ähnlicher Einbruch ist bei Kryptowerten jederzeit wieder möglich.
Ist mein Geld auf einer Kryptobörse bei einer Pleite geschützt?
In aller Regel nicht. Kryptowerte fallen laut BaFin nicht unter die Einlagensicherung, und die Anlegerentschädigung greift meist nicht. Im Insolvenzfall hängt deine Stellung vom Insolvenzrecht und davon ab, ob ein Aussonderungsrecht besteht. Das Beispiel FTX vom November 2022 zeigt, wie schnell eine große Börse zahlungsunfähig werden kann.
Wie stark ist Bitcoin 2022 gefallen?
Von 69.000 US-Dollar im November 2021 auf 17.000 US-Dollar Mitte Juni 2022 und auf weit unter 16.000 US-Dollar im November 2022. Vom Höchststand bis zum Tief im November 2022 ist das ein Verlust von mehr als drei Vierteln.
Sollte ich bei einem Krypto-Crash kaufen oder verkaufen?
Diese Seite gibt keine Anlageberatung und sagt dir nicht, wann du kaufen oder verkaufen sollst. Entscheidungen aus Panik oder auf Basis von Tipps aus sozialen Netzwerken sind riskant, und mit Hebel vervielfachen sich Verluste. Prüfe, ob du dein Geld wirklich brauchst und ob du die Risiken tragen kannst.