Krypto kaufen und verkaufen

Wo kann man Kryptowährung kaufen? Wege, Lizenzcheck und Risiken

Wo kann man Kryptowährung kaufen? In Deutschland kaufst du Bitcoin oder Ether über einen Anbieter, der dafür nach den EU-Regeln der MiCAR zugelassen ist oder als beaufsichtigtes Institut Krypto-Dienste anbieten darf: eine Krypto-Börse, eine Broker-App, eine Bank oder einen Neobroker. Vor der ersten Zahlung prüfst du die Zulassung im ESMA-Register oder in der Unternehmensdatenbank der BaFin. Die MiCAR gilt für Anbieter von Krypto-Dienstleistungen seit dem 30. Dezember 2024. Diese Seite ist eine Übersicht: Sie zeigt die Wege, den Lizenzcheck, die Kosten, die Aufbewahrung, die Steuern und die häufigsten Fallen und verweist für Details auf eigene Ratgeber.

Wo kann man Kryptowährung kaufen? Die wichtigsten Wege

Es gibt fünf übliche Wege. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wie stark der Anbieter beaufsichtigt wird und was passiert, wenn etwas schiefgeht.

Krypto-Börsen und Broker-Apps

Du legst ein Konto an, bestätigst deine Identität und zahlst in Euro, je nach Anbieter per Überweisung, Karte oder über andere Zahlungsmethoden. Der Anbieter braucht für sein Angebot in der EU eine MiCAR-Lizenz. Ob er sie hat, kannst du selbst nachschlagen, wie im Abschnitt zum Lizenzcheck beschrieben.

Banken und Neobroker mit Krypto-Angebot

Manche bereits beaufsichtigten Institute dürfen Krypto-Dienstleistungen nach einem Anzeigeverfahren anbieten, statt eine neue Lizenz zu beantragen. Das gilt nur für bestimmte Institute, die in der Verordnung aufgeführt sind, und nicht pauschal für jede Bank. Frag deshalb auch bei deiner eigenen Bank nach, ob sie Krypto anbietet, und prüfe den Anbieter genauso wie jeden anderen.

Mit PayPal bezahlen

PayPal hat einen eigenen Krypto-Dienst in den USA (2020), in Großbritannien (2021) und in Luxemburg (Dezember 2022) gestartet. Dort ist das Kaufen nach Angaben von PayPal seit dem 25. Juni 2026 pausiert, Halten und Verkaufen bleiben möglich. In Deutschland kannst du PayPal bei Plattformen nutzen, die es als Zahlungsmethode anbieten. Coinbase ist ein Beispiel dafür. Alle Details findest du in unserem Ratgeber Krypto mit PayPal kaufen: die Wege im Detail.

Bitcoin-Automaten

Wer gewerblich Euro in Kryptowerte tauscht, etwa als Automatenbetreiber, braucht eine Erlaubnis der BaFin. Im August 2024 stützte sich die BaFin dafür auf § 32 KWG, seit dem 30. Dezember 2024 gelten für solche Krypto-Dienstleistungen die Regeln der MiCAR. Die Pflicht trifft den Betreiber, nicht dich als privaten Käufer. Wie ernst die Aufsicht das nimmt, zeigt eine Aktion vom 20. August 2024: Die BaFin beschlagnahmte an 35 Standorten 13 Automaten, die ohne die erforderliche Erlaubnis betrieben wurden, und sicherte dabei knapp eine Viertelmillion Euro Bargeld. Nach Angaben der BaFin von 2024 müssen Betreiber die Identität prüfen, wenn eine Geschäftsbeziehung beginnt oder, ohne eine solche, ab einem Betrag von 1.000 Euro. Ein Automat ist also nicht automatisch anonym und nicht automatisch erlaubt.

Privat kaufen: Marktplätze, Messenger, Bekannte

Kaufst du von einer Privatperson, gibt es keine Zulassung, die du prüfen kannst, und keinen beaufsichtigten Anbieter, der dich schützt. Das größte Risiko ist einfach: Du zahlst und bekommst nichts. Wie solche Fälle ablaufen, steht weiter unten im Abschnitt zu den Fallen.

Bevor du zahlst: Lizenz und Anbieter prüfen

Seit dem 1. Juli 2026 ist die EU-weite Übergangsphase der MiCAR beendet. Die ESMA erwartet in ihrer Erklärung vom 23. Juni 2026, dass Anbieter ohne Zulassung keine neuen Kunden in der EU mehr aufnehmen, nicht mehr werben und ihre Tätigkeit abwickeln. Kunden solcher Anbieter profitieren nicht von den Schutzvorschriften der MiCAR, auch nicht vom Schutz der Kundenvermögen. Die ESMA rät, im ESMA-Register zu prüfen, ob der eigene Anbieter zugelassen ist, und andernfalls zügig zu handeln, etwa durch den Wechsel zu einem zugelassenen Anbieter oder in eine eigene Wallet.

Anbieter von außerhalb der EU dürfen EU-Kunden grundsätzlich keine MiCAR-Dienste anbieten und sie auch nicht aktiv ansprechen. Eine Ausnahme gibt es nur in eng begrenzten Fällen.

Diese Punkte prüfst du vor jeder Zahlung:

  • Der Firmenname steht im ESMA-Register oder, bei deutschen Unternehmen, in der Unternehmensdatenbank der BaFin. Der Eintrag gilt für genau diese Firma und für Krypto-Dienstleistungen. Eine andere BaFin-Erlaubnis ersetzt keine MiCAR-Zulassung.
  • Das Impressum nennt Firmenname und Anschrift, und beides stimmt mit dem Registereintrag überein.
  • Es werden keine Gewinne versprochen.
  • Niemand setzt dich unter Zeitdruck.
  • Du sollst nicht an eine Privatperson zahlen.

Eine MiCAR-Lizenz ist keine Einlagensicherung und garantiert nicht, dass du dein Geld zurückbekommst. Sie bedeutet, dass der Anbieter beaufsichtigt wird und bestimmte Pflichten erfüllen muss. Wie du Betrug erkennst, erklärt unser Ratgeber Betrugsmaschen mit Kryptowerten erkennen.

Was der Kauf kostet

Wir nennen hier bewusst keine Prozentsätze, denn sie unterscheiden sich je nach Anbieter und ändern sich. Wichtiger ist, aus welchen Teilen sich der Preis zusammensetzt:

  • Spread: der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis.
  • Handels- oder Servicegebühr: wird beim Kauf oder Verkauf berechnet.
  • Ein- und Auszahlungsgebühren: manche Anbieter berechnen Gebühren, wenn du Euro einzahlst oder auszahlst.
  • Aufschlag für die Zahlungsart: Karte oder PayPal können mehr kosten als eine Überweisung.
  • Netzwerkgebühr: fällt an, wenn du Coins auf eine andere Adresse schickst.

Vergleiche deshalb nicht die beworbene Gebühr, sondern die Bestätigungsseite vor dem Kauf. Dort siehst du, wie viele Euro du zahlst und wie viele Coins du dafür bekommst. Diese beiden Zahlen zeigen, was dich dieser Kauf kostet. Gebühren für spätere Auszahlungen oder Übertragungen können dazukommen.

Bitcoin, Ether und andere Coins: was du tatsächlich kaufst

Bitcoin und Ether sind die bekanntesten Kryptowerte. Ether ist die Währungseinheit des Ethereum-Netzwerks. Wer fragt, wo man Ethereum kaufen kann, landet bei denselben Anbietern wie beim Bitcoin kaufen. Das Bundesfinanzministerium nennt beide in seinem Schreiben vom 6. März 2025 als die bekanntesten Currency Token, also als Zahlungs- und Währungstoken.

Viele Plattformen führen außerdem zahlreiche weitere Token. Für Einsteiger zählt vor allem, ob sie verstehen, was sie kaufen. Wenn du nicht erklären kannst, wofür ein Token gedacht ist und wer dahintersteht, ist das ein Warnsignal. Verstehst du einen Token, macht das den Kauf allerdings nicht sicher. Welche Coin sich lohnt, beantwortet diese Seite nicht, und das tut kein seriöser Ratgeber.

Wo deine Coins nach dem Kauf liegen

Bei vielen Angeboten verwahrt der Anbieter die Coins für dich und verwaltet die Schlüssel. Du hast dann einen Anspruch gegen ihn, dessen Umfang seine Bedingungen regeln. Bei manchen Produkten kannst du die Coins gar nicht abheben. Prüfe das vor dem Kauf.

Die Alternative ist eine eigene Wallet. Dort hältst du die Schlüssel selbst. Verlierst du die Wiederherstellungsphrase oder schickst Coins an eine falsche Adresse, sind sie in der Regel verloren, denn es gibt keine zentrale Stelle, die die Übertragung rückgängig machen kann. Mehr dazu findest du unter Wallets und Sicherheit. Eine Hardware-Wallet bewahrt die Schlüssel offline auf, bringt aber eigene Bedienungs- und Verlustrisiken mit.

Beim Übertragen auf eine eigene Wallet gilt seit dem 30. Dezember 2024 die EU-Geldtransferverordnung. Bei einer Übertragung von mehr als 1.000 Euro auf eine eigene Adresse muss dein Anbieter angemessene Maßnahmen ergreifen, um zu beurteilen, ob die Adresse dir gehört oder von dir kontrolliert wird. Rechne deshalb mit einem möglichen Bestätigungsschritt.

Verkaufen und Steuern in Deutschland

Verkaufst du als Privatperson, sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten steuerpflichtig, wenn zwischen Kauf und Verkauf nicht mehr als ein Jahr liegt. Das regelt § 23 EStG zu privaten Veräußerungsgeschäften. Nach mehr als einem Jahr ist der Verkauf von Coins wie Bitcoin und Ether nach geltendem Recht nicht steuerbar, so das Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 6. März 2025. Die Einzelheiten erklärt unser Ratgeber dazu, wie die Haltefrist bei Krypto funktioniert.

Dazu kommen diese Regeln:

  • Bleiben alle privaten Veräußerungsgewinne eines Kalenderjahres unter 1.000 Euro, sind sie steuerfrei. Bei 1.000 Euro oder mehr ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig, denn es handelt sich um eine Freigrenze. Bis 2023 lag sie bei 600 Euro.
  • Als Verkauf zählt auch der Tausch von Krypto in Euro, in Waren, in Dienstleistungen oder in andere Kryptowerte.
  • Seit dem Kalenderjahr 2026 müssen meldepflichtige Krypto-Anbieter Daten über ihre Nutzer an das Bundeszentralamt für Steuern melden. Die ersten Meldungen sind bis zum 31. Juli 2027 fällig.

Eine Änderung ist geplant, aber noch kein Gesetz. Nach dem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums vom 30. September 2026 würden bestimmte Kryptowerte (im Entwurf "Tauschkryptowerte"), die nach dem 31. Dezember 2026 angeschafft werden, unabhängig von der Haltedauer mit 25 Prozent besteuert. Älterer Bestand bliebe bei den heutigen Regeln. Am 12. Oktober 2026 befand sich der Entwurf in der Ressortabstimmung und kann sich noch ändern.

Halte von Anfang an jeden Kauf, Verkauf, Tausch und jede Übertragung mit Datum, Menge, Euro-Preis und Gebühren fest. Für deinen Einzelfall frag einen Steuerberater oder eine Steuerberaterin.

Typische Fallen beim Kryptokauf

Am 13. Mai 2026 warnte die BaFin vor einer Reihe fast identischer Websites, die mit dem Satz "Verdienen Sie bis zu 934 € täglich im Schlaf. Keine Erfahrung nötig." beginnen. Die unbekannten Betreiber bieten ohne Erlaubnis Finanz- oder Kryptowerte-Dienstleistungen an, die Seiten haben kein rechtsgültiges Impressum, und Daten aus dem Kontaktformular gehen an Handelsplattformen ohne Erlaubnis. Das ist das Muster der falschen Handelsroboter.

Weitere Muster erkennst du an diesen Merkmalen:

  • Fremde in sozialen Netzwerken oder Messengern, die eine Zahlung auf ein privates Konto oder per PayPal als "Freunde und Familie" verlangen.
  • Ein angeblicher Broker, der vor der Auszahlung weitere Gebühren fordert.

Auf dieser Domain lief bis März 2026 selbst ein solcher Handelsroboter-Trichter. Heute ist die Seite eine unabhängige Lernplattform. Was früher auf dieser Domain lief, steht offen auf der Seite über die Domain.

Wenn du schon gezahlt hast: Zahle nichts mehr nach, sichere Screenshots und Zahlungsbelege, sprich mit deiner Bank und erstatte Anzeige bei der Polizei. Die Verbraucherzentrale berät Verbraucher in solchen Fällen. Misstraue Angeboten, die dir gegen eine Gebühr verlorenes Geld zurückholen wollen. Das ist oft die nächste Betrugsmasche.

Häufige Fragen

Wo kann man in Deutschland sicher Kryptowährung kaufen?

Eine Garantie für einen sicheren Kauf gibt es nicht. Der Mindeststandard ist ein Anbieter mit MiCAR-Zulassung. Prüfe vor der Zahlung im ESMA-Register oder in der BaFin-Unternehmensdatenbank, ob er zugelassen ist. Auch ein zugelassener Anbieter garantiert dir keine Rückzahlung.

Wie erkenne ich, ob eine Krypto-Börse eine Lizenz hat?

Suche den Firmennamen im ESMA-Register oder, bei deutschen Firmen, in der BaFin-Unternehmensdatenbank. Das Impressum muss Firmenname und Anschrift nennen, die zum Registereintrag passen. Ein fehlendes Impressum ist ein Warnsignal.

Ist es legal, Bitcoin an einem Automaten zu kaufen?

Nur an Automaten, deren Betreiber die Erlaubnis der BaFin hat. Nach Angaben der BaFin von 2024 müssen Betreiber die Identität prüfen, wenn eine Geschäftsbeziehung beginnt oder, ohne eine solche, ab einem Betrag von 1.000 Euro. Automaten ohne Erlaubnis hat die BaFin 2024 beschlagnahmt.

Muss ich gekaufte Kryptowährung versteuern?

Steuerlich relevant wird es beim Verkauf oder Tausch. Gewinne aus Verkäufen innerhalb eines Jahres sind steuerpflichtig, sofern alle privaten Veräußerungsgewinne des Jahres 1.000 Euro oder mehr erreichen. Eine Reform mit 25 Prozent ist bisher nur ein Entwurf.

Dein nächster Schritt

Willst du mit PayPal zahlen, lies zuerst den Ratgeber Krypto mit PayPal kaufen. Für die sichere Aufbewahrung helfen dir Wallets und Sicherheit. Fürs Verkaufen lohnt sich ein Blick auf die Haltefrist, und wenn dir ein Angebot zu gut klingt, hilft der Überblick zu Betrugsmaschen weiter.

Quellen

  1. ESMA: Public Statement, MiCA transitional period ends (23 June 2026)
  2. BaFin: Pressemitteilung zu Krypto-Automaten vom 20. August 2024
  3. § 23 EStG, Private Veräußerungsgeschäfte

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