Bitcoin Era Erfahrungen: Was Aufsichtsbehörden über den Trading-Roboter sagen
Bitcoin Era ist kein Trading-Roboter, der für dich Geld verdient. Aufsichtsbehörden in Spanien, Neuseeland, Italien, Kanada, Rumänien und Malaysia haben vor dem Namen gewarnt, und die italienische CONSOB ordnete im Dezember 2021 an, eine Bitcoin-Era-Webseite einzustellen. Die Behörden stellten nicht zugelassene Finanzdienstleistungen fest. Dass wir bei Bitcoin Era von Betrug sprechen, beruht auf dem Muster, das die BaFin bei solchen Plattformen beschreibt. Hier liest du, was das Angebot verspricht, was die Aufsichten fanden, wie die Masche abläuft und was du tun kannst, wenn du schon gezahlt hast. Weitere Fälle findest du im Überblick über Krypto-Betrug.
Bitcoin Era Erfahrungen: was das Angebot verspricht
Angebote dieser Art werben mit Prominenten und mit hohen, angeblich sicheren Gewinnen. Die BaFin nennt als Beispiel für solche Anzeigen den Satz, die neuesten Investitionen der Stars begeisterten Fachleute und mit einem "Vermögens-Schlupfloch" verdiene man Millionen. Das ist das Beispiel der BaFin und kein Zitat aus einer Bitcoin-Era-Anzeige. Häufig heißt es auch, Prominente hätten in TV-Sendungen eine sichere Geldanlage mit hohen garantierten Gewinnen ausgeplaudert. Die Fotos der Prominenten werden laut BaFin-Warnung vom 29. April 2025 ohne deren Wissen verwendet. Eine Empfehlung ist das nicht.
Was auf solchen Plattformen tatsächlich passiert, beschreibt die BaFin so: Meist findet gar keine Investition statt, und das eingezahlte Geld fließt an die Betrüger. Kontobewegungen und Gewinne, die du online siehst, erzeugt eine Betrugssoftware. Auch positiven Erfahrungsberichten solltest du laut BaFin nicht blind vertrauen. Ein Bericht über hohe Gewinne mit Bitcoin Era beweist also nichts.
Diese Behörden warnen vor Bitcoin Era
Die Suche in der IOSCO-Datenbank I-SCAN lieferte am 3. November 2026 neun Warnungen zu "bitcoin era". Sieben Behörden stehen mit dem Namen in der Liste:
| Behörde | Land | Datum (veröffentlicht bei IOSCO) | Was genau |
|---|---|---|---|
| CNMV | Spanien | 10.12.2019 | BITCOIN ERA (bitcoinera.com/es/), "nicht registrierter oder nicht zugelassener Anbieter" |
| FMA | Neuseeland | 23.07.2020 | Eintrag "Bitcoin Era" |
| CONSOB | Italien | 29.12.2021 | Eintrag unter anderem zu "Bitcoin Era and Absystem"; Anordnung vom 16.12.2021 |
| BCSC | British Columbia (Kanada) | 05.05.2023 | Eintrag "Bitcoin Era" |
| ASF | Rumänien | 04.10.2023 | BITCOIN ERA (bitcoin-era.ro) |
| OSC | Ontario (Kanada) | 28.11.2023 | Einträge "Bitcoin Era" und "Bitcoins Era" am selben Tag |
| Securities Commission | Malaysia | 07.05.2024 | Eintrag "Bitcoin Era" |
Unter der Variante "Bitcoin Eras" (bitcoineras.com) kam am 20. Januar 2026 ein Eintrag der australischen ASIC hinzu. Die Einträge betreffen verschiedene Webseiten in verschiedenen Ländern. Ob dieselben Leute dahinterstehen, lässt sich daraus nicht ablesen.
Das Datum zeigt, wann die Warnung in der IOSCO-Datenbank erschien. Die Datenbank sammelt Warnungen nationaler Aufsichten. Es ist nicht in jedem Fall der Tag, an dem die Behörde selbst veröffentlichte. Nur bei der CONSOB ist der Beschluss selbst auf den 16. Dezember 2021 datiert.
Für Deutschland gilt: In derselben IOSCO-Suche am 3. November 2026 gab es keinen BaFin-Eintrag unter "Bitcoin Era". Das ist keine Entwarnung. Die BaFin weist selbst darauf hin, dass ihre Hinweise nie alle betrügerischen Angebote abdecken können. Entscheidend ist, ob ein Anbieter von der BaFin oder einer anderen Behörde im Europäischen Wirtschaftsraum zugelassen ist. Das prüfst du in der Unternehmensdatenbank der BaFin.
Was die italienische Aufsicht CONSOB herausfand
Den genauesten Einblick liefert der Beschluss Nr. 22124 der CONSOB vom 16. Dezember 2021. Die Behörde untersuchte zwei Webadressen. Die Seite bitcoinera.app war eine einzelne italienischsprachige Seite, die Krypto-Anlagemöglichkeiten bewarb. Sie enthielt ein Formular für Vorname, Nachname und E-Mail-Adresse.
Nach der Anmeldung wurden Nutzer auf eine getrennte Seite namens absystem.world geleitet. Dort konnten sie ein Konto eröffnen und CFDs auf Währungen, Aktien, Rohstoffe und Indizes handeln. Die Bitcoin-Era-Seite nannte kein erkennbares Unternehmen. Die Broker-Seite gab eine Anschrift in Dominica an und eine E-Mail-Adresse für italienische Nutzer.
Keine der beiden Adressen ließ sich einem Unternehmen zuordnen, das in Italien Wertpapierdienstleistungen erbringen darf. Am 16. Dezember 2021 ordnete die CONSOB an, die Tätigkeit einzustellen. Der "Roboter" war in diesem Fall ein Anmeldeformular, das Nutzer zu einem separaten, nicht zugelassenen Broker weiterleitete. Das gilt für den Fall, den die CONSOB prüfte, nicht automatisch für jede Bitcoin-Era-Seite.
So läuft die Masche ab, Schritt für Schritt
Laut BaFin zu betrügerischen Handelsplattformen läuft ein solcher Betrug meist so ab:
- Du siehst eine Anzeige mit dem Foto eines Prominenten oder einen gefälschten Nachrichtenartikel, der Logo und Design eines bekannten Portals oder Fernsehsenders imitiert.
- Du hinterlässt Name und Telefonnummer oder E-Mail-Adresse, um "Zugang" zu bekommen.
- Ein selbst ernannter Experte ruft an und überredet dich zu einer kleinen, dann immer größeren Einzahlung. Erste kleine Beträge gehen teils auf die IBAN einer vertrauenswürdigen Organisation, die davon nichts weiß.
- Du sollst bei einem Online-Handelsplatz für Kryptowährungen eine Wallet einrichten. Dein Geld wird in Bitcoin umgewandelt, landet aber in der Wallet der Kriminellen.
- Der "Berater" bietet an, sich per Fernwartungssoftware auf dein Gerät zu schalten, und verschafft sich manchmal Zugriff auf dein Onlinebanking.
- Online erscheinen hohe Gewinne, die gefälscht sind. Wer eine Auszahlung verlangt, hört entweder nichts mehr oder soll "Steuern", "Liquiditätsnachweise", "Gebühren" oder eine "Spiegeltransaktion" zahlen.
Mehr dazu, wie gefälschte Trading-Roboter funktionieren, folgt in einem eigenen Beitrag.
Dieselbe Masche unter anderen Namen
Auch auf dieser Domain lief bis März 2026 ein solcher Trichter. Die archivierte Startseite vom August 2020 versprach "Earn $6,325 daily" bei einer Einzahlung von 250 Dollar. Das Kleingedruckte räumte ein, alle Testimonials seien frei erfunden. Lies dazu die Geschichte von Bitcoin Billionaire. Seit dem 23. Oktober 2026 gehört die Domain einem neuen Betreiber, der mit dem früheren Angebot nichts zu tun hat.
Bitcoin Era folgt demselben Namensschema ("Bitcoin" plus Versprechen). Im Fall, den die CONSOB prüfte, war auch der Aufbau gleich: ein Anmeldeformular, das Nutzer an einen Broker weiterreicht. Wer dahintersteckt, wissen wir nicht: Die CONSOB fand kein erkennbares Unternehmen. Ein ähnlicher Fall ist Bitcoin Superstar.
Woran du unseriöse Anbieter erkennst
- Garantierte Renditen oder hohe Gewinne bei minimalem Risiko.
- Ungebetene Anrufe: Beratung, die du nicht angefragt hast, ist verbotenes Cold Calling.
- Druck, schnell zu entscheiden.
- Ein fehlendes oder falsches Impressum.
- Eine sehr junge Domain, die du per WHOIS prüfen kannst.
- Keine Zulassung der BaFin oder einer anderen EWR-Behörde in der Unternehmensdatenbank der BaFin.
Wenn du Krypto kaufen willst, wähle einen Anbieter, dessen Zulassung du geprüft hast. Wie das geht, steht unter Krypto bei einem geprüften Anbieter kaufen.
Du hast schon gezahlt? Das solltest du jetzt tun
- Zahle nichts mehr nach, auch keine "Steuern", "Gebühren" oder "Spiegeltransaktion" für eine Auszahlung.
- Sag deiner Bank sofort Bescheid, nenne jede Überweisung und frag, ob sich eine Zahlung noch stoppen oder zurückholen lässt. Eine Rückholung ist nicht garantiert. Lass dein Onlinebanking sperren, falls die Betrüger Zugriff gehabt haben könnten.
- Entferne Fernwartungssoftware und ändere deine Passwörter von einem anderen Gerät aus.
- Sichere alle Belege: Überweisungen, Wallet-Adressen, E-Mails, Chats, Anrufliste und Webadressen.
- Erstatte Anzeige bei der Polizei.
- Unabhängigen Rat bekommst du bei einer Verbraucherzentrale.
Die Chancen, verlorenes Geld zurückzubekommen, sind laut BaFin minimal, ein Totalverlust ist wahrscheinlich.
Vorsicht vor angeblichen Geldrückholern
Die BaFin warnt: Jahre später melden sich die Betrüger oft erneut und behaupten, das Geld sei gefunden oder sichergestellt worden. Manche geben an, im Auftrag der BaFin zu handeln. Verlangt jemand vorab Steuern oder Gebühren, zahle nicht.
Häufige Fragen zu Bitcoin Era
Ist Bitcoin Era seriös?
Nein. Aufsichtsbehörden in mehreren Ländern warnen vor dem Namen, und die CONSOB ordnete 2021 die Einstellung einer Bitcoin-Era-Seite an. Prüfe jeden Anbieter, bevor du Geld überweist, in der Unternehmensdatenbank der BaFin. Ohne Zulassung durch die BaFin oder eine andere EWR-Behörde solltest du nichts einzahlen.
Warnt die BaFin vor Bitcoin Era?
In der IOSCO-Suche vom 3. November 2026 fand sich kein BaFin-Eintrag unter diesem Namen. Das heißt nichts, denn die BaFin sagt selbst, ihre Warnungen deckten nie alle betrügerischen Angebote ab. Entscheidend ist die Zulassung: Fehlt sie in der Unternehmensdatenbank, lass die Finger vom Angebot.
Kann ich mir Gewinne von Bitcoin Era auszahlen lassen?
Rechne nicht damit. Auf betrügerischen Handelsplattformen sind die angezeigten Gewinne laut BaFin gefälscht. Wer eine Auszahlung verlangt, wird oft vertröstet oder soll zuerst Steuern, Gebühren oder eine "Spiegeltransaktion" zahlen. Laut BaFin dient diese Masche nur dazu, weiteres Geld zu ergaunern.
Bekomme ich mein Geld zurück?
Die Chancen sind minimal. Informiere sofort deine Bank und erstatte Anzeige bei der Polizei. Eine Rückholung ist nicht garantiert. Zahle niemals im Voraus an einen angeblichen Geldrückholer, auch nicht, wenn er behauptet, im Auftrag der BaFin zu handeln.
Quellen
- BaFin: Betrügerische Handelsplattformen
- BaFin: Warnung vor gefälschter Promi-Werbung (29. April 2025)
- CONSOB: Resolution no. 22124 of December 16, 2021
- IOSCO I-SCAN: Suche nach bitcoin era (3. November 2026)
- IOSCO I-SCAN: CNMV-Warnung zu BITCOIN ERA (ID 9442)
- Internet Archive: bitcoin-billionaire.com am 6. August 2020