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Bitcoin Loophole Erfahrungen: Was hinter der angeblichen Trading-App steckt

Eine Hand greift durch eine nur aufgemalte Lücke in einer Mauer nach einem Token
Illustration: Bitcoin Billionaire

Bitcoin Loophole ist kein Trading-Roboter, der für dich Geld verdient. Die eigene Website beschrieb sich als reines Marketinginstrument, das deine Daten an einen Broker weiterreicht, den sie dir zuweist, und die britische FCA sowie die spanische CNMV haben vor dem Angebot gewarnt. Behandle Bitcoin Loophole als Betrug. Hier siehst du, was die archivierten Seiten tatsächlich sagten, welche Warnungen mit Datum vorliegen und was du tun solltest, wenn du dich angemeldet oder schon Geld überwiesen hast.

Bitcoin Loophole ist ein Anmeldeformular, keine Trading-App

Die deutsche Seite trug den Titel "Die Offizielle Bitcoin Loophole App" und nannte sich "ein Autohändler und ein manueller Händler für Kryptowährungen". "Autohändler" ist eine holprige maschinelle Übersetzung von "auto-trader" und zeigt, wie wenig Sorgfalt in die Seite floss. Der Ablauf bestand aus drei Schritten: Formular ausfüllen, über "die Einzahlungsseite Ihres Brokers" Geld einzahlen und auf "START AUTO TRADING" klicken. Das Internet Archive hat die Seite von September 2019 bis März 2026 erfasst.

Im Kleingedruckten stand auf Englisch ein "Regulation Warning". Danach sei Bitcoin Loophole keine Finanzdienstleistungsfirma und "only used as a marketing tool by third party advertisers and brokers". Weiter hieß es: "a broker is automatically assigned to you". Ob dieser Broker reguliert sei, müsse der Nutzer selbst prüfen. Der Text ist in den Aufnahmen vom 10. August 2024 und vom 6. März 2026 wortgleich. Eine "Auto-Trading"-App, die von sich selbst sagt, sie sei nur Werbung, widerspricht sich also im eigenen Text.

Auch Bitcoin Loophole Erfahrungen, wie sie auf solchen Seiten stehen, beweisen nichts. Die Seite zeigte eine Liste "Letzte Trades von Bitcoin Loophole", die niemand überprüfen kann. Die BaFin rät dazu, positiven Erfahrungsberichten nicht blind zu vertrauen.

Was Bitcoin Loophole versprochen hat

Die deutsche FAQ behauptete: "Es ist 100% kostenlos." Und weiter: "Ihre Gewinne sind innerhalb von Bitcoin Loophole unbegrenzt. Mitglieder können ihre erste Million innerhalb von nur 60 Tagen verdienen." Diese Aussagen stehen in den Archivaufnahmen vom August 2024 und vom März 2026.

Besucher sollten außerdem "immer die URL bitcoinloohpole.com" prüfen, um auf der ursprünglichen Website zu sein. Das ist eine falsch geschriebene Version des eigenen Domainnamens. Ein "Phishing- / Betrugsalarm" warnte vor Kopien, die einen nach der Registrierung nur an "einen zufälligen Finanzmakler" weiterleiten. Genau das beschreibt auch das eigene Kleingedruckte.

Bitcoin Loophole bei den Aufsichtsbehörden

Großbritannien: FCA-Warnung vom August 2018

Die britische Finanzaufsicht führt Bitcoin Loophole/ Bitcoin News Trader in ihrer Warnliste. Der Eintrag nennt die Website bitcoinloophole.com und wurde erstmals am 6. August 2018 veröffentlicht. Die FCA schreibt: "This firm is not authorised by us and is targeting people in the UK." Bei einer nicht zugelassenen Firma gibt es keinen Zugang zum Financial Ombudsman Service und keine Entschädigung über den FSCS. Die FCA hält es daher für unwahrscheinlich, dass du dein Geld zurückbekommst.

Spanien: CNMV-Warnung vom April 2021

Die spanische Wertpapieraufsicht CNMV warnte am 26. April 2021 die Öffentlichkeit: Das Unternehmen hinter bitcoinloophole.com/es/ sei nicht berechtigt, Wertpapierdienstleistungen, einschließlich Anlageberatung, zu erbringen. Die norwegische Finanzaufsicht Finanstilsynet veröffentlichte die Warnung am 27. April 2021 erneut.

Und in Deutschland?

Wir haben keine BaFin-Warnung gefunden, die Bitcoin Loophole nennt (Prüfung der Redaktion am 3. November 2026). Das heißt nicht, dass das Angebot erlaubt wäre. Die BaFin weist auf ihrer Seite zu betrügerischen Handelsplattformen darauf hin, dass ihre Hinweise nie alle betrügerischen Angebote abdecken können. Die BaFin rät, zu prüfen, ob der Anbieter eine Lizenz der BaFin oder einer anderen Behörde im Europäischen Wirtschaftsraum hat. Das kannst du in der Unternehmensdatenbank der BaFin nachsehen.

So läuft die Masche ab, Schritt für Schritt

Der Bitcoin Loophole Betrug folgt einem bekannten Muster. Laut BaFin läuft es bei solchen Plattformen meist so ab:

  1. Eine Anzeige oder ein gefälschter Nachrichtenartikel imitiert Logo und Design eines bekannten Nachrichtenportals oder Fernsehsenders, oft mit Fotos von Prominenten, die ohne deren Wissen verwendet werden. Die BaFin warnte davor erneut am 29. April 2025 in einer Verbrauchermitteilung.
  2. Du hinterlässt Namen und Telefonnummer in einem Formular.
  3. Ein angeblicher Experte ruft an und überredet dich zunächst zu kleinen, dann zu immer größeren Investitionen. Tatsächlich findet meist gar keine Investition statt.
  4. Du sollst bei einer Kryptobörse eine Wallet eröffnen. Die Bitcoin landen aber nicht auf deinem eigenen Konto, sondern in der Wallet der Kriminellen.
  5. Der "Berater" bietet an, sich per Fernwartungssoftware auf dein Gerät zu schalten, und kommt teils an dein Online-Banking.
  6. Du siehst Gewinne online, doch sie sind gefälscht. Für die Auszahlung verlangen die Täter angebliche Steuern, Gebühren oder eine Spiegeltransaktion, oder der Kontakt bricht ab.

Ein britisches Beispiel für die Methode: Die Verbraucherorganisation Which? berichtete am 28. März 2019 über eine Facebook-Anzeige für Bitcoin Loophole, die das Foto einer Investorin aus einer TV-Sendung ohne deren Zustimmung nutzte und ihr ein Zitat zuschrieb. Das angebliche Zitat sei "completely made up", und Bitcoin Loophole sei dort nie aufgetreten. Mehr zum Muster findest du in unserer Übersicht über gefälschte Trading-Roboter.

Dieselbe Masche unter anderen Namen

Auch diese Domain gehörte bis März 2026 zu einem solchen Angebot. Auf bitcoin-billionaire.com lief seit 2020 der Trichter "Bitcoin Billionaire". Das Formular erlaubte es, persönliche Daten mit "third parties providing trading services" zu teilen. Seit dem 23. Oktober 2026 hat die Domain einen neuen, davon unabhängigen Inhaber. Lies dazu, was hinter Bitcoin Billionaire steckte, oder wirf einen Blick auf Bitcoin Superstar.

Du hast dich angemeldet oder schon gezahlt? Das solltest du jetzt tun

  1. Zahle nichts mehr ein, auch keine "Steuer", "Gebühr" oder "Spiegeltransaktion" für eine angebliche Auszahlung.
  2. Gewähre keinen Fernzugriff. Wenn du ihn schon gegeben hast, entferne die Software, lass das Gerät prüfen oder neu aufsetzen und ändere deine Passwörter von einem anderen Gerät aus.
  3. Rufe sofort deine Bank an, nenne jede Überweisung und frage, ob eine Zahlung noch gestoppt oder zurückgeholt werden kann. Eine Rückholung ist nicht garantiert. Lass bei Bedarf den Online-Banking-Zugang und deine Karten sperren. Hast du Kryptowerte über eine Börse verschickt, melde den Vorfall auch dort.
  4. Sichere Beweise: Überweisungsbelege, Wallet-Adressen und Transaktions-IDs, E-Mails, Chats, Anrufliste und Webadressen.
  5. Erstatte Anzeige bei der Polizei. Unabhängigen Rat bekommst du bei der Verbraucherzentrale.
  6. Wenn du nur deine Telefonnummer hinterlassen hast, rechne mit Anrufen. Lass dich nicht auf Gespräche ein und gib keine Bank- oder Kartendaten heraus.

Die BaFin schreibt dazu: "Die Chancen, das verlorene Geld zurückzubekommen, sind minimal. Ein Totalverlust des Kapitals ist wahrscheinlich."

Vorsicht vor angeblichen Geldrückholern

Teils melden sich Betrüger Jahre später erneut, behaupten, das Geld sei gefunden worden, und verlangen zuerst Gebühren. Manche geben vor, im Auftrag der BaFin zu handeln. Zahle nie im Voraus.

Woran du den nächsten "Loophole" erkennst

  • Garantierte Renditen oder hohe Gewinne bei minimalem Risiko.
  • Unerbetene Anrufe mit Anlageangeboten. Die BaFin bezeichnet dieses Cold Calling als verboten.
  • Druck, schnell zu entscheiden. Das ist laut BaFin meist ein Trick.
  • Keine Lizenz der BaFin oder einer anderen EWR-Behörde in der Unternehmensdatenbank der BaFin.
  • Eine junge Domain (per WHOIS prüfbar) oder ein fehlendes Impressum.

Weitere Maschen findest du im Überblick über Krypto-Betrug. Bevor du Kryptowerte kaufst, lies, wie du einen Anbieter vor dem Kauf prüfst.

Häufige Fragen zu Bitcoin Loophole

Ist Bitcoin Loophole seriös?

Nein. Die eigene Seite bezeichnete sich als Marketinginstrument, das dir automatisch einen Broker zuweist. Die FCA warnte 2018, die CNMV 2021. Prüfe jeden Anbieter in der Unternehmensdatenbank der BaFin, bevor du Geld überweist.

Welche Bitcoin Loophole Erfahrungen gibt es mit Auszahlungen?

Rechne nicht damit. Laut BaFin sind die angezeigten Gewinne auf solchen Plattformen gefälscht. Für eine Auszahlung verlangen die Täter angebliche Steuern, Liquiditätsnachweise oder Gebühren, oder sie fordern eine Spiegeltransaktion.

Warum ruft mich nach der Anmeldung ständig jemand an?

Das Formular gibt deine Daten an Broker weiter. Gehe auf keine Gespräche ein, nenne keine Bankdaten und gewähre keinen Fernzugriff auf dein Gerät.

Bekomme ich mein Geld zurück?

Das ist unwahrscheinlich. Die BaFin nennt die Chancen minimal. Rufe sofort deine Bank an und erstatte Anzeige bei der Polizei. Zahle keinem angeblichen Geldrückholer etwas im Voraus.

Quellen

  1. FCA: Bitcoin Loophole/ Bitcoin News Trader (Warnung, erstmals veröffentlicht am 6. August 2018)
  2. BaFin: Betrügerische Handelsplattformen
  3. BaFin: Verbrauchermitteilung vom 29. April 2025 zu gefälschter Promi-Werbung
  4. Finanstilsynet: Investor alert zu Bitcoin Loophole (CNMV-Warnung vom 26. April 2021)
  5. Wayback Machine: deutsche Seite von Bitcoin Loophole, Aufnahme vom 10. August 2024
  6. Which?: Renewed warnings about bitcoin investment scams with fake celebrity endorsements (28. März 2019)
  7. Wayback Machine: bitcoin-billionaire.com, Aufnahme vom 25. Mai 2022
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