Krypto kaufen mit PayPal: Wege, Kosten und Risiken in Deutschland
Krypto kaufen mit PayPal funktioniert in Deutschland normalerweise nicht direkt in der PayPal-App. Du nutzt PayPal stattdessen als Zahlungsmethode bei einer Krypto-Plattform, die es anbietet. Ein Beispiel ist Coinbase, wo Nutzerinnen und Nutzer in Deutschland mit PayPal bezahlen können. PayPals eigener Krypto-Dienst startete dagegen in den USA (2020), in Großbritannien (2021) und in Luxemburg (Dezember 2022). Vor der Zahlung prüfst du drei Dinge: die Zulassung des Anbieters, den Gesamtpreis und wo die Coins landen. Beim Verkauf greift die Steuer. Einen allgemeinen Überblick findest du unter Krypto kaufen: der Überblick.
Kann man in Deutschland direkt in der PayPal-App Krypto kaufen?
PayPal bietet einen eigenen Dienst zum Kaufen, Verkaufen und Halten von Kryptowerten an, bisher aber nur in einzelnen Ländern. Er startete 2020 in den USA und 2021 in Großbritannien. Im Dezember 2022 folgte Luxemburg als erstes EU-Land, zunächst mit Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Bitcoin Cash. Einen Start in Deutschland hat PayPal nach unserem Stand (November 2026) nicht angekündigt.
Schau deshalb in deiner eigenen App nach. Erscheint dort kein Menüpunkt für Krypto, führt der Weg über eine Plattform, die PayPal als Zahlungsmethode akzeptiert.
So kaufst du Krypto mit PayPal über eine Plattform
Wer Bitcoin mit PayPal kaufen möchte, geht bei vielen Plattformen ähnlich vor:
- Konto bei der Plattform anlegen und die Identität verifizieren.
- PayPal als Zahlungsmethode verknüpfen.
- Betrag und Kryptowert auswählen.
- Den angezeigten Gesamtpreis prüfen, bevor du bestätigst.
- Entscheiden, wo du die Coins aufbewahrst.
Ob PayPal verfügbar ist, unterscheidet sich je nach Plattform und kann sich ändern. Coinbase dient hier nur als Beispiel: Dort steht PayPal Nutzern in Deutschland als Zahlungsmethode zur Verfügung. Das ist keine Empfehlung. Prüfe die Seite zu den Zahlungsmethoden des Anbieters, bevor du dich registrierst.
Davon zu unterscheiden ist das Bezahlen mit Krypto im Alltag. Wie das geht, erklärt der Artikel mit Krypto bezahlen. Hier geht es nur um den Kauf mit PayPal.
Anbieter prüfen: die MiCAR-Lizenz
Die EU-Verordnung MiCAR regelt Dienstleister für Kryptowerte und gilt seit dem 30. Dezember 2024. In Deutschland ist die BaFin die zuständige Aufsicht. EU-weit endete die Übergangsfrist spätestens am 1. Juli 2026; Deutschland hatte sie bereits Ende 2025 auslaufen lassen. Seitdem braucht ein Anbieter, der Kryptowerte-Dienstleistungen für Kunden in der EU erbringt, grundsätzlich eine Zulassung nach MiCAR. Bestimmte bereits beaufsichtigte Institute, etwa manche Banken, können stattdessen ein Anzeigeverfahren bei der BaFin nutzen. Eine Übersicht zur Verordnung bietet die MiCAR-Seite der Bundesbank.
Das hilft dir bei der Prüfung:
- Der Anbieter hat eine Lizenz nach MiCAR, von der BaFin oder einer anderen EU-Aufsichtsbehörde.
- Firmenname und Adresse im Impressum stimmen mit dem Registereintrag überein.
- Du findest den Anbieter in der Unternehmensdatenbank der BaFin oder, wenn er in einem anderen EU-Land zugelassen ist, im MiCAR-Register der europäischen Aufsicht ESMA.
- Der Anbieter verspricht keine Renditen oder garantierten Gewinne.
Wie unseriöse Angebote aussehen, beschreibt der Artikel Betrugsmaschen mit Kryptowerten erkennen.
Was kostet der Kauf mit PayPal?
Konkrete Gebühren nennt dieser Artikel nicht, weil sie sich je nach Anbieter unterscheiden und sich ändern. Die Kosten setzen sich aber aus ähnlichen Teilen zusammen:
- Spread: der Unterschied zwischen Kaufkurs und Verkaufskurs.
- Plattformgebühr: ein fester oder prozentualer Aufschlag auf den Kauf.
- Aufschlag für die Zahlungsart: Manche Anbieter berechnen für PayPal mehr als für eine SEPA-Überweisung. Das erkennst du im Vergleich der Gesamtpreise.
- Netzwerk- oder Auszahlungsgebühr: Sie kann anfallen, wenn du Coins an eine externe Adresse überträgst.
So rechnest du nach: Teile den Endbetrag in Euro durch die Menge der Coins. Das ist dein tatsächlicher Kaufkurs. Wiederhole die Rechnung mit SEPA-Überweisung als Zahlungsart auf derselben Plattform; die Differenz zeigt dir, was PayPal dich dort kostet.
Wo landen deine Coins? Plattform-Konto oder eigene Wallet
Nach dem Kauf liegen die Coins zunächst auf deinem Konto bei der Plattform. Dort verwaltet der Anbieter die privaten Schlüssel. Du hältst die Schlüssel nicht selbst, und was bei einer Insolvenz des Anbieters mit deinen Coins geschieht, hängt von seinen Bedingungen und der Art der Verwahrung ab. Eine MiCAR-Zulassung ist keine Einlagensicherung. Bei einer eigenen Wallet bewahrst du die Schlüssel selbst auf und trägst auch die Verantwortung dafür. Verlierst du die Wiederherstellungsphrase, kommst du nicht mehr an deine Coins, und eine Überweisung an eine falsche Adresse lässt sich nicht rückgängig machen.
Manche Plattformen erlauben es, Coins an eine externe Wallet zu senden, andere nicht. Kläre das vor dem Kauf. Wie du eine eigene Wallet einrichten und sichern kannst, steht im Wallet-Bereich dieser Seite.
Steuern: was beim Verkauf gilt
Der Kauf selbst löst keine Steuer aus. Relevant wird es beim Verkauf oder Tausch. Die Grundregel steht in § 23 EStG: Private Veräußerungsgeschäfte sind steuerpflichtig, wenn zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als ein Jahr liegt. Nach mehr als einem Jahr ist der Verkauf nach geltendem Recht steuerfrei.
Dazu gilt eine Freigrenze: Bleibt der Gesamtgewinn aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr unter 1.000 Euro, ist er steuerfrei. Diese Grenze gilt seit dem Steuerjahr 2024, davor lag sie bei 600 Euro. Es ist eine Freigrenze und kein Freibetrag. Ab 1.000 Euro wird der gesamte Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der Teil darüber.
Wie das Finanzamt Kryptowerte behandelt, regelt das BMF-Schreiben vom 6. März 2025. Es ersetzt das Schreiben vom 10. Mai 2022 und behält die einjährige Haltefrist bei. Steuerpflichtige Verkäufe gehören in die Anlage SO der Steuererklärung.
Eine Änderung ist geplant, aber noch kein Gesetz. Das Bundesfinanzministerium veröffentlichte am 30. September 2026 einen Referentenentwurf. Danach sollen sogenannte Tauschkryptowerte wie Bitcoin und Ether, die ab dem 1. Januar 2027 gekauft werden, unabhängig von der Haltedauer mit der Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert werden. Bestehende Bestände sollen geschützt bleiben. Stand Mitte Oktober 2026 hatte das Bundeskabinett den Entwurf noch nicht beschlossen. Bis ein Gesetz verabschiedet ist, gilt die bisherige Regel.
Bewahre deshalb Belege zu jedem Kauf auf, mindestens Datum, Menge, Preis in Euro und Gebühren. Für deinen Einzelfall berät dich ein Steuerberater.
Typische Betrugsmaschen rund um PayPal und Krypto
Zwei Muster solltest du kennen:
- Private Verkäufer und angebliche Broker. Jemand schreibt dich in sozialen Netzwerken oder per Messenger an und verlangt eine PayPal-Zahlung, oft als "Freunde und Familie", im Austausch für Coins oder "Trading-Gewinne". Die Gegenleistung bleibt aus.
- Gefälschte Trading-Roboter. Sie versprechen tägliche Einnahmen ohne Aufwand. Genau ein solches Angebot lief früher auf dieser Domain. Die Geschichte steht unter was früher auf dieser Domain lief.
Kaufe Krypto nur über den Bezahlvorgang einer zugelassenen Plattform. Überweise nie Geld an Privatpersonen für Kryptowerte. Wenn du schon gezahlt hast, melde dich sofort bei PayPal und deiner Bank, sichere Chatverläufe und Zahlungsbelege und zahle keine weiteren angeblichen Gebühren, um Geld freizuschalten. Erstatte Anzeige bei der Polizei und melde den Fall der Verbraucherzentrale.
Häufige Fragen
Kann ich in Deutschland Bitcoin direkt bei PayPal kaufen?
Nach unserem Stand (November 2026) nicht. PayPals Krypto-Dienst startete in den USA, in Großbritannien und in Luxemburg. In Deutschland bezahlst du mit PayPal bei einer Plattform, die es akzeptiert.
Ist der Kauf von Krypto mit PayPal sicher?
Das hängt vor allem vom Anbieter und seiner MiCAR-Zulassung ab. Geh nicht davon aus, dass der PayPal-Käuferschutz einen Krypto-Kauf abdeckt. Prüfe vorher die aktuellen Käuferschutzbedingungen von PayPal.
Muss ich Krypto, die ich mit PayPal gekauft habe, versteuern?
Gewinne aus dem Verkauf sind steuerpflichtig, wenn du die Coins höchstens ein Jahr gehalten hast und der Gesamtgewinn des Jahres 1.000 Euro oder mehr beträgt. Nach mehr als einem Jahr ist der Verkauf nach geltendem Recht steuerfrei. Eine geplante Pauschalsteuer für ab 2027 gekaufte Kryptowerte ist bislang nur ein Entwurf.
Kann ich die gekauften Coins auf meine eigene Wallet übertragen?
Nur wenn die Plattform Auszahlungen an externe Wallets erlaubt. Prüfe das vor dem Kauf; dabei können Netzwerkgebühren anfallen.
Quellen
- § 23 EStG: Private Veräußerungsgeschäfte
- Deutsche Bundesbank: MiCAR (Markets in Crypto-Assets Regulation)
- Coinbase: Seamless crypto purchases now available for German and UK users via PayPal
- biallo: Kryptowährungen in Deutschland leichter kaufen
- The Block: PayPal expands crypto services to Luxembourg
- PwC Legal: MiCAR Stichtag 1. Juli 2026
- Börsen-Zeitung: BMF veröffentlicht Referentenentwurf zur Neuregelung der Kryptobesteuerung
- taxandbytes: Das neue BMF-Schreiben zu Kryptowerten