Krypto-BetrugEinsteiger8 Min. Lesezeit

Trading-Roboter Betrug: die Namen, die BaFin-Warnungen und die Masche

Ein Regal mit Spielzeugrobotern, Preisschildern und einem Warnschild
Illustration: Bitcoin Billionaire

Betrügerische Trading-Roboter sind in aller Regel keine Software, die für dich handelt, sondern Anmeldeseiten, die deine Kontaktdaten an unerlaubte Handelsplattformen weitergeben. Beim Trading-Roboter-Betrug wechselt der Name, die Masche bleibt gleich. Die BaFin warnt seit 2020 vor mehreren dieser Angebote namentlich, zuletzt im Mai 2026. Auch diese Domain gehörte dazu: Bis März 2026 lief hier eine solche Anmeldeseite, heute gehört sie einem neuen Betreiber, der sie als Lernseite zu Krypto führt. Was damals auf dieser Seite stand, erklärt die Bitcoin-Billionaire-Masche, die früher auf dieser Domain lief. Unten findest du die Liste, die gemeinsame Methode, Prüfschritte und Hinweise für den Fall, dass du schon bezahlt hast.

So liest du diese Liste

Jeder Eintrag nennt den Namen und, wo es eine gibt, die Behörde, das Datum und die Domain, die sie genannt hat. Eine Warnung dieser Art bedeutet, dass die BaFin vermutet, der Betreiber biete Finanzdienstleistungen ohne ihre Erlaubnis an. Wer in Deutschland Bank-, Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen anbietet, braucht diese Erlaubnis. Eine Warnung belegt aber nicht, dass jede Seite mit ähnlichem Namen denselben Betreiber hat.

Fehlt ein Name in dieser Liste, ist er deshalb nicht sicher. Die BaFin weist selbst darauf hin, dass ihre Hinweise nie alle betrügerischen Angebote abdecken können.

Bekannte Trading-Roboter und was Behörden zu ihnen sagen

Bitcoin Billionaire

Dieses Angebot lief von 2020 bis März 2026 auf dieser Domain. Die Startseite warb 2020 mit "Earn $6,325 daily" und einer Einzahlung von 250 Dollar, so die eigenen Angaben der Seite. Im Kleingedruckten stand, alle Personen und Ereignisse seien frei erfunden. 2024 gab die Anmeldung Name, E-Mail und Telefonnummer an "investment education firms, data brokers and intermediaries" weiter. Am 31. Dezember 2024 zeigte VerificaRTVE in Spanien eine gefälschte RTVE-Seite mit einem Deepfake des Moderators Lluís Guilera, die "Bitcoin Millonario / Bitcoin Billionaire" bewarb. Eine Warnung der BaFin unter diesem Namen ist uns nicht bekannt.

Bitcoin Era

Die BaFin stellte am 3. Januar 2020 fest, dass Anbieter, die unter dem Namen "Bitcoin Era" Kryptogeschäfte anbieten, keine Erlaubnis nach § 32 KWG haben und nicht beaufsichtigt werden. Am 13. Mai 2026 warnte sie vor bitcoinera.com: unerlaubte Finanz- und Kryptowerte-Dienstleistungen, kein Impressum, keine Geschäftsadresse. Sie wies darauf hin, dass sie schon früher vor "Bitcoin Era" gewarnt hatte. Der Name tauchte also sechs Jahre später erneut auf. Mehr dazu in unseren Bitcoin-Era-Erfahrungen.

Bitcoin Revolution (auch Bitcoin Trader)

In einer Mitteilung vom 18. Januar 2022 gab die BaFin bekannt, dass sie dem Betreiber von bitcoinrevolution.org/de/ die unerlaubte Finanzportfolioverwaltung untersagt hat. Kunden aus Deutschland konnten CFD-Handelskonten eröffnen, und laut Plattform traf das Personal die Anlageentscheidungen teilweise mit einem KI-basierten Algorithmus. In einer Mitteilung vom 31. Mai 2021 nannte die BaFin Ermittlungen gegen den Betreiber von btc-revolution.cc/code-de/, der die Software "Bitcoin-up" anbot. Die britische FCA führt auf ihrer Warnseite "Bitcoin Revolution" und "Bitcoin Trader". Lies dazu mehr zu Bitcoin Revolution.

Bitcoin Motion

In einer Mitteilung vom 15. Juni 2022 nannte die BaFin Ermittlungen gegen die Betreiber von bitcoin-motion.de und bitcoin-motion.cloud/de/. Es gab keine Erlaubnis, kein Impressum und keine Angaben zum Geschäftssitz.

Bitcoin Bank Breaker

Am 31. Juli 2023 warnte die BaFin vor bitcoin-bankbreaker.com. Am 7. August 2024 warnte sie in einer weiteren Mitteilung vor dem "identischen Angebot" auf bitcoinb-breaker.com. Die unbekannten Betreiber stehen im Verdacht, ohne Erlaubnis Finanz- und Wertpapierdienstleistungen anzubieten. Gut ein Jahr nach der ersten Warnung lief dasselbe Angebot also unter einer neuen Domain.

Bitcoin Synergy

Am 25. Juni 2024 warnte die BaFin vor bitcoinsynergy.biz und bitcoinsynergy.de. Die angeblich in Hamburg ansässige Bitcoin Synergy bot Anlagen in Kryptowerte ohne Erlaubnis an. Am 20. November 2024 warnte die BaFin außerdem vor Anrufen und E-Mails, in denen behauptet wurde, das "Bitcoin Synergy-Projekt" stamme von der Baden-Württembergischen Wertpapierbörse GmbH. Das trifft nicht zu, es handelt sich um Identitätsmissbrauch. Die britische FCA warnte am 30. Oktober 2025 vor der Seite bitcoin-synergy.io.

Bitcoin Loophole

Die britische FCA veröffentlichte ihre Warnung zu "Bitcoin Loophole / Bitcoin News Trader" (bitcoinloophole.com) erstmals am 6. August 2018. Das ist eine britische Warnung. Unter diesem Namen fanden wir am 3. November 2026 keine Mitteilung der BaFin.

Bitcoin Profit und Bitcoin Code

Dieser Fall stammt aus Spanien. Maldita.es berichtete am 17. September 2019, Bitcoin Profit werde mit einem gefälschten Interview des Schauspielers Álvaro Morte verkauft, dessen Identität missbraucht wurde. Auf der Anmeldeseite hieß das Produkt plötzlich Bitcoin Code. Die spanische Aufsicht CNMV listete zwei Bitcoin-Code-Seiten (es.bitcoincode-app.co und thebitcoincode.software) als nicht zugelassen, veröffentlicht bei IOSCO am 26. April 2021. Hinter dem Bitcoin Code Betrug steckt also ein Namenswechsel mitten auf der Anmeldeseite.

Neue Namen, gleiche Masche: die KI-Plattformreihen

Am 13. Mai 2026 warnte die BaFin in einer Mitteilung zur Plattformreihe vor etwa 25 fast identischen Websites, die oft mit "[Name] Revolutioniert den Handel" beginnen. Beispiele sind Rentix AI, Noryza Crypton AI und Fyron Crest. Besucher tragen ihre Daten in ein Kontaktformular ein, das an Betreiber unerlaubter Online-Handelsplattformen weitergegeben wird. Ein gültiges Impressum fehlt.

Das passt zum Muster dieser Domain, deren letzte Version im März 2026 "Adaptive AI Guidance Driving Decisive Trading Judgments" hieß, und zu Bitcoin Revolution, das 2022 mit einem KI-Algorithmus warb. Wirbt eine KI-Trading-App damit, dass "KI" hohe Renditen bringt, zeigt sie dasselbe Muster: "KI" ist das neueste Etikett dieser Masche. Trading ist grundsätzlich möglich, aber die meisten Privatanleger verlieren Geld, und ein Hebel vervielfacht die Verluste. Mehr dazu, wie Trading wirklich funktioniert und welche Risiken es hat, steht in unserem Trading-Bereich.

Namen ohne Behördenwarnung: Bitcoin Superstar und Bitcoin Rush

Im IOSCO-Warnregister fanden wir am 3. November 2026 keinen Eintrag unter "Bitcoin Superstar". Auf der Seite der BaFin fanden wir am 3. November 2026 keine Warnung zu Bitcoin Rush. Daraus folgt nichts Beruhigendes, denn Warnungen decken nie alle Angebote ab.

Wir behaupten nicht, dass diese Marken Prominente, Einzahlungen oder bestimmte Domains nutzen, dazu liegen uns keine belegten Angaben vor. Zeigt ein Angebot aber dieselben Merkmale wie im Abschnitt zur Prüfung unten, behandle es genauso vorsichtig. Lies dazu unsere Einschätzung zu Bitcoin Superstar. Zu Bitcoin Rush gibt es noch keine eigene Seite.

So läuft der Trading-Roboter-Betrug ab

Die Anzeige mit Prominenten

Am Anfang steht meist eine Anzeige mit einem Prominenten. Die BaFin warnte am 29. April 2025 erneut vor solcher Werbung mit außergewöhnlich hohen Krypto-Gewinnen. Die Fotos werden ohne Wissen der Prominenten verwendet, ein Beispiel lautet: "Mit diesem Vermögens-Schlupfloch verdienen Sie Millionen." Nach Angaben der BaFin zu betrügerischen Handelsplattformen imitieren die Seiten häufig auch Logos und Designs bekannter Nachrichtenportale oder Fernsehsender.

Das Formular verkauft deine Daten

Wer klickt, soll Kontaktdaten eingeben. Laut BaFin gehen sie an Betreiber unerlaubter Handelsplattformen. Bei Bitcoin Billionaire nannte die Einwilligung 2024 "investment education firms, data brokers and intermediaries" als Partner. Das Etikett "Anlagebildung" lässt die Seite so wirken, als handle sie nicht selbst.

Der Anruf und die erste Einzahlung

Nach der Anmeldung geben sich Betrüger als Experten aus und überreden laut BaFin zunächst zu kleinen, dann immer größeren Investitionen. Unaufgeforderte Anrufe zu Geldanlagen sind verbotenes Cold Calling. Mitarbeitende der Plattform bieten außerdem an, sich per Fernwartungssoftware auf deine Geräte zu schalten, und erhalten so teils Zugriff auf das Online-Banking.

Gewinne auf dem Bildschirm, keine Auszahlung

Die angezeigten Kontostände und Gewinne sind gefälscht. Die BaFin schreibt: "Tatsächlich wird kein einziger Cent investiert." Eine Auszahlung wird an angebliche Steuern, Gebühren oder eine "Spiegeltransaktion" geknüpft.

So prüfst du einen Trading-Roboter vor der Anmeldung

  • Suche den Namen und die Domain in der BaFin-Unternehmensdatenbank und in den BaFin-Warnungen. Prüfe das Impressum: Fehlt es oder ist es unvollständig, investiere nicht.
  • Seit dem 1. Juli 2026 dürfen in der EU nur noch Anbieter mit einer MiCAR-Lizenz Kryptowerte-Dienstleistungen erbringen. Deutschland hatte seine Übergangsfrist auf den 31. Dezember 2025 verkürzt. Frage nach der Lizenz und prüfe sie in der BaFin-Unternehmensdatenbank oder bei der Aufsicht des EWR-Staats, der sie erteilt hat.
  • Versprechen von täglichen Einnahmen oder garantierten Renditen beenden die Prüfung.
  • Ein Prominenter in der Anzeige ist selbst ein Warnzeichen.
  • Installiere nie Fernwartungssoftware für einen "Berater".
  • Gib nie Seed-Phrase oder Passwörter weiter.

Wenn du dich angemeldet oder bezahlt hast

Stoppe alle Zahlungen, blockiere den Kontakt und ändere deine Passwörter. Informiere deine Bank und bei Krypto-Überweisungen den genutzten Anbieter, der das Konto der Täter unter Umständen sperren kann. Erstatte Anzeige bei der Polizei oder der Staatsanwaltschaft und lass dich von einer Verbraucherzentrale beraten.

Rechne realistisch: Die Chancen, verlorenes Geld zurückzubekommen, sind laut BaFin minimal. Vorsicht vor Rückholhelfern. Die BaFin zieht kein Geld zurück, beauftragt keine Dritten und wendet sich nicht von sich aus an Einzelpersonen, so ihre Mitteilung vom 4. Mai 2026. Auch falsche Verbraucherschützer rufen an, nach Angaben der Verbraucherzentrale NRW von 2023 bieten sie Hilfe gegen Vorkasse an. Zahle nie im Voraus. Lies auch mehr zu Krypto-Betrug und den nächsten Schritten.

Häufige Fragen

Gibt es seriöse Trading-Roboter?

Software für automatisierten Handel gibt es, doch Gewinne kann sie nicht garantieren. Angebote mit täglichen Einnahmen oder garantierten Renditen entsprechen den Warnzeichen der BaFin. Prüfe die Erlaubnis in der Unternehmensdatenbank. Für Kryptowerte-Dienstleistungen ist seit dem 1. Juli 2026 eine MiCAR-Lizenz nötig.

Warum ändern Trading-Roboter ständig ihren Namen?

Weil eine Warnung den Betrug nicht beendet. Bei Bitcoin Bank Breaker warnte die BaFin 2023 und 2024 vor demselben Angebot auf zwei Domains, bei Bitcoin Era 2020 und 2026. 2026 beschrieb sie eine ganze Reihe fast identischer Seiten mit neuen KI-Namen.

Ist eine KI-Trading-App automatisch Betrug?

Nein, aber "KI" ist das neueste Etikett dieser Masche. Die BaFin warnte 2026 vor einer Plattformreihe mit KI-Namen und beschrieb 2022 bei Bitcoin Revolution einen angeblich KI-basierten Algorithmus. Prüfe deshalb Lizenz, Impressum und Versprechen, nicht den Namen.

Wie finde ich heraus, ob die BaFin vor einem Anbieter warnt?

Suche den Namen und die Domain in den BaFin-Warnungen und in der Unternehmensdatenbank. Prüfe das Impressum und die MiCAR-Lizenz. Fehlt eine Warnung, beweist das nichts, denn die Warnungen der BaFin decken nie alle Angebote ab.

Bekomme ich mein Geld von einem Trading-Roboter zurück?

Die Chancen sind minimal. Handle schnell: Stoppe Zahlungen, informiere Bank und Anbieter und erstatte Anzeige bei der Polizei. Vorsicht bei Rückholangeboten. Die BaFin wendet sich nicht von sich aus an Einzelpersonen, und Verbraucherzentralen rufen nie unaufgefordert an und zahlen kein Geld aus.

Quellen

  1. BaFin: Betrügerische Handelsplattformen
  2. BaFin: Bitcoin Bank Breaker, Verbrauchermitteilung vom 7. August 2024
  3. BaFin: Warnung vor einer Plattformreihe, 13. Mai 2026
1 Nächster Schritt im EinsteigerpfadDie Grundlagen verstehen